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Bernhard Bitterwolf
Lehrer, Sänger, Musikant
Wenn es einen oberschwäbischen Erzmusikanten gibt, dann Bernhard Bitterwolf. Im
Hauptberuf Dozent an der Schwäbischen Bauernschule Bad Waldsee, liebt und lebt
„der Barny“ alles, was mit der regionalen Kultur seiner Heimat zu tun hat.
Wer weiß schon, was ein „Piffel“ ist? Hier beginnt meist das Gekichere, wenn
Bernhard Bittterwolf wieder mal vor Publikum seine alten Instrumente erklärt. Die
hat er sich nach historischen Vorbildern nachbauen lassen. Eine ganze Sammlung
besitzt er mittlerweile: Drehleier, Sackpfeife, Krummhorn, Scheitholz und viele
mehr. Dann spielt und singt er uralte Lieder, die er irgendwo ausgegraben hat, und
jeder ist von seinem humorigen und einfühlsamen Vortrag begeistert.
Der 46-Jährige hat eine lockere Art, sein riesiges Wissen von oberschwäbischer
Historie und Tradition zu vermitteln. Denn hinter allem verbirgt sich eine
Geschichte zum Erzählen. Mal zum Schmunzeln, mal zum Nachdenken, und immer
mit Bezug zur Gegenwart. Auch deshalb ist er ein gefragter Experte in Funk und
Fernsehen, wenn es um oberschwäbisches Brauchtum und Geschichte geht.
Vor allem ist Barny Bitterwolf mit Leib und Seele Musiker. Ob solo, mit seinem
Blechbläser-Quartett „Heilixblechle“ oder als Dirigent des Männerchors. Sein
Forscher-Drang in Sachen Volksmusik entwickelte sich über sein Interesse an der
regionalen Kultur. In den Liedern und Texten des einfachen Volkes findet Bitterwolf
eine ganz andere Geschichte als in den offiziellen historischen Texten, die, wie er
konstatiert, immer von denen diktiert wurden, die das Sagen hatten. Er sucht
Quellen, aus denen hervorgeht, wie die Vorfahren gedacht, gelebt und gelitten
haben - Geschichte von unten. Und die kommt beim Publikum an, ob beim
Seniorennachmittag oder vor Landjugendgruppen. Immer mehr Menschen sind auf
der Suche nach ihren Wurzeln, erklärt er sich das. Von der Vergangenheit können
sie erfahren, warum sie so sind wie sie sind.
Am 1. April 1958 in Friedrichshafen geboren, ist Bernhard Bitterwolf mit drei
Geschwistern in Aulendorf aufgewachsen. Der Vater - Beamter, Stadtrat
Gewerkschafter und Vereinsmensch - liebte die Volksmusik, und so lernte
Bernhard bei Alfred Sedlmayr Akkordeon. Am Gymnasium Aulendorf kam die
Klassik dazu. Eigentlich sollte er mal Cello lernen, aber er blies lieber in der
Stadtkapelle. Nach dem Abitur 1977 ging’s an die PH Weingarten mit den
Hauptfächern Englisch und natürlich Musik. Als Student finanzierte er sich mit
Straßenmusik den Urlaub und das Studium mit Tanzmusik bei den „Colibris“ und
beim „Schwaben-Express“.
Damals gab er schon schwäbische Abende mit dem Mundart-Autor Rolf Staedele.
1985 übernahm er die Stelle eines pädagogischen Mitarbeiters an der Schwäbischen
Bauernschule Bad Waldsee. Seitdem unterrichtet er alles von Rhetorik über Politik
und Gemeinschaftskunde bis zum Volkstanz.
Bernhard Bitterwolf sieht sich als Kommunikator einer lebendigen Volkskultur. Mit
der Volkstanzgruppe Stafflangen hat er in den letzten Jahren zur Wiederentdeckung
von Tänzen und Tanzliedern beigetragen. Er vertritt den Landesbauernverband im
Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen und betreut die
regionalkulturellen Veröffentlichungen des Verlags Schwäbischer Bauer in
Ravensburg.
„Einmal am Tag blamieren“, heißt eine Lebensmaxime von Bernhard Bitterwolf.
Befremdlich? Nein, nur wer sich blamiere, der wisse, dass er etwas Neues
ausprobiert habe. Aktiv sein zählt. Auch wenn einmal etwas schief geht. Viele
lassen ihre Begabungen brach liegen, bedauert Bitterwolf. Er kann es nicht
ausstehen, wenn jemand faul ist und nichts aus sich macht.
Am Oberschwaben mag er, dass er die Lebenslust auslebt und genießen kann, ohne
gleich an die Folgen zu denken. Dass er nicht in Ehrfurcht erstarrt vor den
Großkopfeten, sondern hinter jeder Funktion auch den Menschen sieht. Das macht
auch eine gewisse Weltoffenheit aus - und erklärt die oberschwäbische
Gastfreundschaft. Sie sind neugierig auf Fremdes, diese ja oft auch falsch
eingeschätzten Oberschwaben.
Aus seiner Heimat will Bernhard Bitterwolf er nie mehr weg. Er ist gern und viel
unterwegs. Aber wenn er vergleicht, weiß er ganz genau: „Bei uns ist es am
schönsten.“ Mit seinem bisherigen Leben ist er zufrieden. Er hat ein Haus gebaut
und ein Buch geschrieben. Jetzt will er noch viel Heimat leben und erleben, Freude
und Spaß haben und das auch anderen vermitteln. Kein Zweifel - hier spricht der
Pädagoge.
Bleibt noch zu klären, was ein „Piffel“ ist. Der Piffel ist ein altes Holzblasinstrument.
Es ist auf einem Deckengemälde in der Barockkirche in Bad Wurzach dargestellt.
Bitterwolf hat es sich nachbauen lassen und die passende historische Literatur dazu
ausgegraben. Der Piffel sieht aus wie ein kleines Alphorn, klingt auch so, nur
höher. Eine bäuerliche Posaune, aus heimischem Holz, klar, laut, warm und
irgendwie festlich. Richtig oberschwäbisch eben. Der Piffel ist Bernhard Bitterwolfs
Lieblings-Instrument. Wen wundert’s.
aus: „Profile Oberschwaben“ 52 Gesichter und Geschichten
Biberacher Verlagsdruckerei, 2004, ISBN 3-933614-18-X , Preis: € 19,80
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Ein Oberschwabe mit Leib und Seele
Ein Oberschwabe mit Leib und Seele! ist BERNHARD BITTERWOLF.
Er ist Dozent an der Schwäbischen Bauernschule Bad Waldsee, zuständig für
musische Bildung, Rhetorik, Kommunikation und Politik. Aber das ist nur die
halbe Wahrheit. Bernhard Bitterwolf liebt und lebt alles, was mit regionaler Kultur in Oberschwaben zu tun hat. Danach hat er sein Leben ausgerichtet. Wer ihn kennt, fragt
sich, wie schafft der das alles? Ohne dabei seinem Namen alle Ehre zu machen.
Denn der Bernhard hat eine lockere Art,die eines Oberschwaben eben.
Und so präsentiert er sich, beziehungsweise seine Kenntnisse. Die sind rundum
fundiert.BernhardBitterwolf ist Fachmann in Sachen oberschwäbischerGeschichte und
Traditionen. Sein Geheimnis:hinter allem verbirgt sich eine Geschichte zum Erzählen
mal zum Schmunzeln, mal zum Nach-denken und fast immer gegenwartsbezogen.
Ihn in eine Schublade zu stecken, fällt schwer. Vor allem ist er mit Leib und Seele
Musiker. Als Dirigent des Männerchores Haisterkirch,mit seiner Blechbläsergruppe
„HeiliXblechle“, mit dem Duo Wellaweg, oder einfach solo.
Leidenschaftlich widmet er sich historischen Instrumenten. Ein ganze Sammlung
besitzt er mittlerweile. Drehleier, Sackpfeife, Krummhorn,Scheitholz, Carnyx
und vor allem den Piffel, sein Lieblingsinstrument. Es ähnelt vom Aussehen dem
Alphorn und klingt ähnlich archaisch .
Gefragt ist Bernhard Bitterwolf aber bei weitem nicht nur als Musikant. Er beschäftigt
sich mit der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, mit Fachvorträgen,
mit der Wiederbelebung alter Bräuche, mit Publikationen und Redaktionen von
Fachliteratur oder mit Moderationen als Vertreter Oberschwabens in Sachen Kultur.
Kurz gesagt: fast jeder, der eine Veranstaltung oder neudeutsch einen Event plant,
denkt an den Namen Bernhard Bitterwolf.
Kein Wunder also, dass auch Hörfunk und Fernsehen immer wieder von ihm profitieren.
Seine populäre und unkomplizierte Art kommt eben an. Wer ihn fragt, was er am liebsten
macht, erhält wahrscheinlich keine Antwort. Alles eben. Und alles mit Freude.
aus: Oberschwaben schwarzes Gold und barocke Kostbarkeiten (Jochen Schmid) 2004
Gmeiner-Verlag / ISBN 3-899577-507-4
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Bernhard Bitterwolf
Die Stimme aus dem Off macht sogar den Barny baff
Er ist ein Vollblutmusiker, Volksbildner aus Passion, Referent bei der Bauernschule,
ein Hansdampf in allen oberschwäbischen Gassen, der beim Braunviehtag im
Bauernhausmuseum in Wolfegg genauso zur Klampfe greift wie bei der Hauptver-
sammlung des Aulendorfer Geschichtsvereins „Traditio“ dort allerdings kredenzt er
Revolutionslieder aus dem 19. Jahrhundert und macht deutlich, dass er sein Herz
auf dem rechten Fleck hat: nämlich links von der Mitte. Die Rede ist von Bernhard
(„Barny“) Bitterwolf, für den das vormärzliche „Die Gedanken sind frei“ kein ange-
staubter Polit-Sang von anno Tobak ist, sondern immerwährende Aufforderung zur Grips-
Gymnastik. Bitterwolf ist im Wortsinne Konservativer, der mit seinem Männerchor
Haisterkirch ales Liedgut frisch aufbereitet, der alte Instrumente wiederbelebt (zum
Beispiel den Piffel), der auch mal eine klösterliche Komposition aus dem 18. Jahr-
hundert abstaubt, der aber kein blutleeres Traditions-L’art-pour-l’art betreibt. Ein Abend
mit Bernhard Bitterwolf strotzt vor Lebensfreude, ist oberschwäbisches Hier und Jetzt
at its best. ...
aus:„Menschenskinder Notizen aus Oberschwaben“von Gerhard Reischmann, 2007
Verlag Josef FinkISBN 978-3-89870-465-6 (€ 20.--)
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